NEUE BEITRÄGE
WM und Irankrieg: Wenn der Gastgeber seinen Gast „auslöschen“ will (Zur Diskussion)
WM 2026, USA – Fans unerwünscht (Zur Diskussion)
Die WM 2026 kann uns mal (Stellungnahme)
Die WM 2026 steht vor der Tür – was tun? (Debattenbeitrag)
Trump, die WM und eine notwendige Boykottdiskussion (Debattenbeitrag)
Dagegen gilt es, unsere Stimme zu erheben (Interview)
Dabei sein ist alles? (Debattenbeitrag)
Ausschluss Israels aus der UEFA?
WM 2026: Zutritt verboten (Fan-Info)
Unterstützt unsere Foto-Protestaktion zur WM 2026:
Manni Breuckmann, Sportreporter-Legende.
Mehr dazu auf der Seite „Love&Hate Kampagne“.
#USA 2026. Love Football. Hate Fascism.
Macht mit bei unserer Aktion.
Unsere Antwort auf die WM im Trump-Land ist die Parole „Love Football. Hate Fascism“.
Das entsprechende Aufkleber-Motiv könnt ihr unten herunterladen.
Oder ihr bestellt „richtige“ Aufkleber zum günstigen Preis in der
Rubrik „Material“ dieser Homepage.
Schickt uns, wenn ihr mögt, gerne ein Foto, das euch mit dem Motiv zeigt. Wenn ihr einverstanden seid, dass wir das Foto in unserer Kampagne über unsere sozialen Medien verbreiten (je mehr, desto besser...), dann teilt uns das bitte mit.
Herzlichen Dank. Love Football.
[email protected]
Fairness United:
Die WM 2026 kann uns mal
Die WM 2026 ist für Fußball-Fans kein Grund zur Freude und zum Feiern.
Zum dritten Mal hintereinander findet das größte internationale Fußballturnier in einem Land mit höchst problematischen politischen Verhältnissen statt. Hauptschauplatz sind die USA, wo seit Donald Trumps Amtsantritt fast täglich die Justiz gemaßregelt, die Meinungsfreiheit bedroht, internationales Völkerrecht missachtet und Migrant:innen terrorisiert werden. Der Wille zur Faschisierung der US-amerikanischen Gesellschaft ist eindeutig.
Die Fußballweltmeisterschaft – ein Fest für Fans aus aller Welt? Nicht in den USA. Fans aus 39 Ländern sind nicht erwünscht, darunter auch solche von qualifizierten WM-Teilnehmern. Ihnen ist die Einreise verboten, alle anderen Fans werden bei der Ankunft bespitzelt und müssen jederzeit mit Festnahme und Abschiebung rechnen, Das betrifft vor allem diejenigen, die zur Queer-Community zählen oder die sich Trump-kritisch geäußert haben. Sogar der ehemalige FIFA-Kommissionspräsident Mark Pieth hat den Fans geraten: „Bleibt weg von den USA!“
In dieser Situation halten wir es für unverantwortlich, dass die WM in den USA stattfindet. Wir können uns nicht am Fußball in den Stadien begeistern, wenn manche prinzipiell nicht dabei sein dürfen und vor den Stadien Jagd auf vermeintlich illegal im Land lebende Menschen gemacht wird.
Würden politischer Anstand und sportliche Fairness gelten, müsste die FIFA den USA die Austragung der WM 2026 entziehen und die Gastgeber auf Kanada und Mexiko beschränken. Da dies vom Autokraten-Freund Gianni Infantino nicht zu erwarten ist, muss die UEFA für ihre Teilnehmerländer eine Absage erteilen. Insbesondere der DFB ist gefragt, sich für eine solche Absage einzusetzen und die deutsche Nationalmannschaft aus dem Turnier zurückzuziehen. Allerdings hält es DFB-Präsident Neuendorf für „völlig verfehlt“, über einen WM-Verzicht auch nur zu diskutieren, und verschanzt sich hinter dem armseligen Argument, die mörderische Politik der Trump-Regierung und ihrer ICE-Schergen sei „sehr schwer zu bewerten“.
Wenn die Institutionen des Fußballs wieder einmal versagen, sind wir Fans gefragt, uns für Fairness, Menschenrechte und Solidarität einzusetzen. Daher pfeifen wir auf das Spektakel, zu dem uns Trump und Infantino einladen. Wie schon bei der WM 2022 in Katar werden wir dem Turnier fernbleiben, sowohl als direkte Zuschauer:innen als auch vor dem Fernseher. Wir werden es als sportliches Event boykottieren, aber nicht schweigen. Wir werden die WM nutzen, um die Zustände in den USA sowie die Doppelmoral von FIFA/DFB zu kritisieren.
#Boycott USA2026 – Love Football – Hate Fascism
Wenn eure Gruppe das auch so sieht und den Aufruf mittragen will, dann schreibt uns bitte:
[email protected]
Auch uns kann die WM 2026 mal:
Fairness United
QFF - Queer Football Fanclubs
FC Ente Bagdad, Mainz
Schalker Fan-Ini e.V., Gelsenkirchen
Gesellschaftsspiele e.V., Berlin
Blau-Weiß statt Braun e.V., Karlsruhe
Der Übersteiger (Fanzine FC St. Pauli)
Fussballerzitate.de
FussballimTV.de
Platzhirsch Düren
Schwarz-Gelbe Essener e.V. (BVB-Fanclub)
Projekt Trauer im Fußball
Freiburger Botschaft zu Stuttgart (Fanclub SC Freiburg)
Dauerbrenner (Fangruppe SV Babelsberg 03)
IVF (Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball), Leipzig
Stuttgarter Junxx, VfB Fanclub
MillernTor
SK13 (Sektion Krönchenstadt 2013) - Sportfreunde Siegen von 1899 e.V.
Fargo, Kiezkneipe in Berlin
Aktion 3. Welt Saar e.V.
Fairness United:
WM 2026, USA – Fans unerwünscht
Was wäre Fußball ohne Fans? Nichts, sagen wir als Fans – in unserer typischen Selbstüberschätzung. Aber sicherlich wäre es nicht mehr das Gleiche, das hat die Corona-Pandemie deutlich gezeigt. Und was für ein normales Spiel schon gilt, gilt für ein Turnier noch mehr. Denn da bleiben die Fans der verschiedenen Mannschaften über Wochen in einem Land, treffen sich immer und überall wieder, fachsimpeln und feiern miteinander. Eine Weltmeisterschaft ist nicht nur ein Fest des Fußballs, sondern auch eines der Fans. Oder sollte es sein.
Seit einigen Turnieren scheinen die Fans allerdings eher zum folkloristischen Anhängsel der Weltmeisterschaften degradiert worden zu sein, die bunten Einsprengsel, die sich im Fernsehen so gut machen. Die FIFA hat alles darangesetzt, aus der Weltmeisterschaft ein Hochglanzprodukt zu machen, das sich medial extrem gut verkaufen lässt. Dafür werden die Armen schon vor Turnierbeginn aus dem Umkreis der Stadien entfernt. Und während der Spiele ist alles so teuer, dass man sich ziemlich sicher sein kann, dass keine prolligen, grölenden oder gar betrunkenen Fußballfans durchs Bild laufen. In Katar hat man kurzfristig ein Alkoholverbot rund um die Stadien verhängt, was die FIFA nach kurzem trockenem Schlucken akzeptiert hat. Und damit sich nicht unkontrolliert Menschenmengen bilden, mussten die Fans, die nicht in Katar übernachten konnten (aus finanziellen Gründen oder weil es nicht genügend Hotelbetten gab), binnen 24 Stunden nach Einreise das Land wieder verlassen haben. Um trotzdem schöne Bilder zu bekommen, wurden Fanmärsche organisiert, meistens „Gastarbeiter“ vom indischen Subkontinent, die sonst in Katar nicht viel zu melden haben, aber plötzlich günstige Tickets bekamen. Und dann beispielsweise in Scharen im deutschen Trikot über die Straßen paradierten. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.
In den USA, einem der drei Gastgeberländer der WM 2026, ist man da noch weiter. Die Regierung unter Donald Trump will Menschen aus gewissen Ländern überhaupt nicht im Land sehen, ob arm oder reich, ob Fan oder nicht, spielt keine Rolle. Der Katalog der Unerwünschten umfasst Menschen aus 39 Ländern. Das ist an sich schon derbe genug, für die WM heißt das, dass die Fans der WM-Teilnehmer Haiti, Iran, Elfenbeinküste und Senegal ein Problem haben, ob sie bereits ein Ticket besitzen oder nicht.
Ob Fans aus dem Iran derzeit in die USA reisen wollten, weiß man nicht, rein dürfen sie aber sowieso nicht. Die Mannschaft selbst darf – nach aktuellem Stand – trotz Krieges mit ihrem Betreuerstab einreisen. Ob sie willkommen sind, ist eine andere Sache, ob sie ihre Regierung überhaupt ausreisen lässt, auch.
Auch Leute aus Haiti dürfen generell nicht in die Vereinigten Staaten einreisen. Wie ernst das gemeint ist, mussten Anfang März neun Spieler des jamaikanischen Vizemeisters Mount Pleasant im CONCACAF Champions Cup erfahren. Weil sie haitianischer Abstammung sind, bekamen sie kein Visum für das Viertelfinalspiel ihres Vereins bei Los Angeles Galaxy. Zur WM soll der Mannschaftskader Haitis aber vollständig fahren dürfen.
Während die, die rein wollen, nicht dürfen, müssen die, die schon drin sind, fürchten, rausgeschmissen zu werden. Die Trump-Regierung will 350.000 Haitianer:innen, die in den USA leben und arbeiten, ihren US-Aufenthaltsstatus zum 1. Juli 2026 entziehen, mitten während der WM. Dann müssten die Betroffenen umgehend das Land verlassen. Da erwogen wird, Beamte der Einwanderungsbehörde ICE auch an den Stadioneingängen zu postieren, kann man sich die Jagdszenen auf vermeintlich illegale Menschen schon vorstellen.
Menschen aus dem Senegal und der Elfenbeinküste sind von den neuen Einreisebedingungen ebenfalls betroffen. Zwar gilt für sie kein generelles Einreiseverbot in die USA, da aber Fans in der Regel nicht zu den Geschäftsleuten, sondern zu den Touristen zählen, dürften auch sie nicht auf eine Einreise hoffen.
Vier Teams ohne mitreisende Fans – das wäre schon für sich ein veritabler Skandal und ein Grund, den USA ihre Gastgeberrolle zu entziehen. Aber auch die Fans, die aus anderen Ländern kommen, müssen sich bei der Einreise auf unangenehme Kontrollen einstellen. Die US-Behörden haben das Recht, alle Inhalte auf Laptops und Handy einzusehen, auch wenn diese privater Natur sind. Ach, und nicht zu vergessen: Wer beim Geschlechtseintrag kein dickes Kreuz bei W oder M macht, ist auch nicht willkommen. Noch ein Grund mehr, den USA die WM wegzunehmen. Natürlich nicht für die FIFA, die das alles fröhlich abnickt.
Neben diesen spezifischen US-amerikanischen Konditionen sorgen FIFA und das Umfeld wie gehabt für eine weitere Gentrifizierung des Fußballevents: Abgesehen von einigen wenigen Tickets kostet die günstigste Karte bei einem Gruppenspiel 155 Euro, ab dem Viertelfinale sind es 580 Euro aufwärts. In Miami muss man für den Parkplatz mehr Geld bezahlen als für das Stadionticket, in Boston für die Anreise von der Innenstadt zum Stadion mit der Bahn 75 Dollar. Und generell haben die Hotels in den WM-Städten die Preise während des Turniers im Durchschnitt verdreifacht.
Früher hat man die Fußball-Weltmeisterschaft als ein „Freundschaftsfest der Völker“ bezeichnet. Das ist nicht nur terminologisch antiquiert. Mittlerweile spricht selbst die Frankfurter Allgemeine Zeitung von einer „WM für die Speerspitze der Besserverdienenden“. Eine Entwicklung, die sich bei den letzten Turnieren schon abgezeichnet hat. Neu ist, dass man ganze Fangruppen ausschließt – und eventuell diese Veranstaltung, die eigentlich ein Fest sein sollte, noch als Gelegenheit nutzen will, um am Stadioneingang Leute abzugreifen, die man für illegal erachtet und im Land nicht mehr sehen will. Und die FIFA?
Man sollte nicht nur den USA, sondern auch der FIFA die WM entziehen.
PS: Dass die mexikanische Regierung nach den Gewaltdemonstrationen der Drogenkartelle Ende Februar mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private Sicherheitskräfte aufbieten will, um die Spiele in den drei mexikanischen Austragungsorten zu schützen, ist auch nicht eben beruhigend und eine Werbung für ein Fußballfest.
Wer wissen will, woher wir das alles haben, kann über die folgenden Links tiefer in das Thema einsteigen:
Amnesty International warnt vor einem Turnier voller Repressalien – hier der ganze Bericht in englischer Sprache …
… und hier eine Kurzfassung auf Deutsch.
Zum Einreiseverbot haitianischer Spieler ein Bericht auf sportschau.de.
Zur möglichen Ausweisung von 350.000 Haitianern während des Turniers schreibt DER SPIEGEL.
Dazu gibt es eine anwaltliche Einschätzung an dieser Stelle.
Zu Handy- und Laptop-Kontrollen bei der Einreise in die USA informiert die Neue Presse.
Über die Beschwerde der europäischen Verbraucherorganisation Euroconsumers und Football Supporters Europe wegen hoher WM-Ticketpreise berichtet 11Freunde.de.
WM und Irankrieg:
Wenn der Gastgeber seinen Gast „auslöschen“ will
Seit einigen Wochen führt das WM-Gastgeberland USA Krieg gegen ein Teilnehmerland, den Iran. Es ist durchaus möglich, dass der Kriegszustand – zumindest in latenter Form – noch während des Turniers anhält. Eine absurde Situation.
Was sagt die FIFA dazu?
Die FIFA bzw. Präsident Infantino stehen prinzipiell auf Trumps Seite. Sie hat den US-Präsidenten noch kurz vor Kriegsbeginn mit dem „FIFA-Friedenspreis“ ausgezeichnet und biedert sich bei jeder Gelegenheit an. In der Iran-Frage hält sie sich raus. Iran dürfe natürlich teilnehmen, sagte Infantino. Allerdings hatte Trump die iranische Delegation gewarnt: „Ich halte es wirklich nicht für angemessen, dass sie dort sind, im Hinblick auf ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit.“ Infantino schwieg dazu, obwohl laut FIFA-Regeln das Gastgeberland die Sicherheit aller Gäste gewährleisten muss.
Der iranische Verband forderte daraufhin, seine WM-Spiele nach Mexiko zu verlegen. Das hat die FIFA abgelehnt. Es dürfte fraglich sein, ob die Iraner teilnehmen.
Ist der Irankrieg ein Grund, den USA das WM-Turnier zu entziehen?
Es handelt sich ganz offensichtlich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Ein solcher Krieg ist nur erlaubt als Prävention, also um sich selbst gegen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff des Gegners zu schützen. Dies war im Fall Iran nicht gegeben. Ein Angriff gegen die USA stand niemals im Raum. Bezüglich Israel ist es etwas anders. Das Regime im Iran hat oft genug erklärt, Israel als Staat auslöschen zu wollen. Die von Iran gesponserte Hisbollah kämpft aktiv in diese Richtung, zudem gab es in der Vergangenheit einige Terroranschläge gegen jüdische Einrichtungen im Ausland, die Iran zugeschrieben wurden. Ein Angriff des Iran direkt auf das Staatsgebiet Israels erfolgte jedoch in der Vergangenheit nur als Reaktion auf Angriffe aus Israel.
Neutrale Beobachter, etwa das vermittelnde Land Oman, sagten kurz vor dem Angriff, die Gespräche zwischen Iran und den USA stünden vor einer Einigung. Es gab jedenfalls keinerlei Anzeichen dafür, dass der Iran einen Angriff plante. Zudem hatten sowohl die USA wie auch Israel nach dem Zwölftagekrieg 2025 erklärt, die militärische Infrastruktur Irans „vernichtend“ getroffen zu haben.
Wenn die USA also ohne Not ein anderes Land angreifen, zumal noch ein WM-Teilnehmerland, können sie nicht zugleich Gastgeber der WM sein (unabhängig von allen anderen Gründen, die dagegen sprechen). Erst recht nicht, wenn sie zudem erklären, sie könnten die Sicherheit der Sportler aus dem Iran nicht gewährleisten.
Ist nicht ein Krieg gegen ein Regime wie im Iran gerechtfertigt?
Zweifellos herrscht im Iran aktuell wohl die brutalste Diktatur der Welt. Zigtausend Demonstrant:innen sollen bei den Protesten Anfang Januar 2026 ermordet worden sein. Auch der Fußball ist betroffen. Spieler:innen unterliegen der Verfolgung durch das Regime. Nationalspielerinnen, die in Australien Asyl erhielten, mussten zurückkehren, weil ihre Familien bedroht wurden. Die FIFA hätte längst den Ausschluss Irans prüfen müssen.
Doch die Grausamkeit des Teheraner Regimes kann den Krieg, so wie ihn die USA und Israel führen, nicht legitimieren. Ein Angriffskrieg muss sich grundsätzlich auf die Regeln des Völkerrechts bzw. ein UN-Mandat stützen und darf nicht ins Belieben des Angreifers gestellt werden. Dieser wird immer Rechtfertigungsgründe finden, siehe Russland gegenüber der Ukraine. Sofern sich der UN-Sicherheitsrat trotz klarer Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht als handlungsunfähig erweist, müsste sich eine humanitäre Intervention zumindest auf eine breite Koalition demokratischer Staaten stützen und das erklärte Ziel verfolgen, Menschenrechte und Demokratie im angegriffenen Land herzustellen.
Doch eine Änderung der politischen Verhältnisse im Iran (im Sinne der Massenproteste) ist gar nicht das Kriegsziel der US-Regierung, sondern vorrangig eine militärische Schwächung. Ein „Regime Change“, wie Trump ihn versteht, hat nichts mit Demokratisierung zu tun. Zwar hatte er der iranischen Opposition bei deren Protesten Hilfe versprochen, doch die Art seiner Kriegsführung spricht dem Hohn. Trump kündigte die Zerstörung der zivilen Infrastruktur an und drohte, er wolle den Iran „in die Steinzeit zurück“ bomben und „seine ganze Zivilisation auslöschen“. Kriegsverbrechen seien das nicht, schließlich ginge es gegen „Tiere“. Sein „Kriegsminister“ Hegseth propagierte für das Agieren der US-Militärs dementsprechend „maximale Tödlichkeit, nicht legales Schwächeln“ und „Gewalt als Effekt, statt politisch korrekt“. Der Regelbruch wird zur Regel, es gilt nicht das Völkerrecht, sondern das Recht des Stärkeren.
Davon ganz abgesehen: Ähnliche militärische Interventionen, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt wurden, haben fast niemals ihr Ziel erreicht, vielmehr hunderttausende Tote, menschliches Leid und riesige materielle Zerstörungen gebracht, siehe Korea, Vietnam, Afghanistan (gleich zweimal), Irak, Libyen, Ukraine etc. So wird es auch im Fall Iran sein. Es gibt auch aus historischer Sicht schlichtweg keine Rechtfertigung für diesen Angriffskrieg.
Fazit: Keine WM im Trump-Land, keine WM mit der FIFA
Der Krieg ist ein klarer Grund, die USA als Gastgeberland abzulehnen. Die Bestrebungen der Trump-Administration, die US-Gesellschaft in Richtung Faschismus umzukrempeln, kommen natürlich hinzu. Und ebenso auch die drastischen Einreisebeschränkungen für WM-Fans. Auf all diesen Feldern zeigt sich der Wille, bestehende Gesetze, das Völkerrecht und auch die Pflichten als WM-Gastgeber zugunsten eigener Machtinteressen zu missachten.
Dass die FIFA diesem Treiben wohlwollend zusieht, ist ein Skandal. Wieder einmal beweist sie, dass sie das moralische Recht, dieses große internationale Turnier zu veranstalten, längst verloren hat. Und dass der DFB zu all dem kein einziges kritisches Wort findet, ist eine Schande für den deutschen Fußball.
BOYCOTT ELON MUSK
… sollte ein Must sein, spätestens nachdem der Multimilliardär sich zu Trumps Handlanger gemacht und auch noch zur Wahl der AfD aufgerufen hat. Wenn wir auch seine E-Autos mangels Kohle nicht wirklich boykottieren können, dann gilt unsere klare Absage nun zumindest seiner Plattform X (former known as Twitter), die zunehmend von
Verschwörungstheoretikern, Faktenverdrehern und rechtsradikalen Hetzern dominiert wird.
Daher werden wir uns endgültig von X verabschieden. Wir haben die Plattform schon seit einigen Monaten nicht mehr bespielt, jetzt verschwinden wir dort ganz. Es mag Menschen geben, die bei X unermüdlich gegen den rechten Ungeist ankämpfen, aber wir halten es für den besseren Weg, Alternativen zu stärken.
Wir bleiben bei Facebook und Instagram weiter präsent. Unproblematisch ist auch das nicht, denn Mark Zuckerberg hat gerade einen Kniefall vor Trump hingelegt und sein Faktencheck-Programm bei Meta beendet. Wir werden beobachten, wie sich das auswirkt.
Ansonsten finden wir es sinnvoll, andere Social-Media-Kanäle durch Teilnahme zu stärken.
Seit einigen Monaten sind wir bei BlueSky präsent, und wir würden uns freuen, wenn uns möglichst viele von euch dorthin folgen würden.
Die Adresse lautet: fairness-united.bsky.social
Offener Brief in Sachen Saudi-Arabien
Die FIFA hat auf ihrem Kongress am 11. Dezember 2024 beschlossen, die WM 2034 in dem wegen seiner Menschenrechtsverletzungen berüchtigten Folterstaat Saudi-Arabien auszutragen. Zuvor haben wir gemeinsam mit vielen anderen Fan- und Menschenrechtsgruppen einen Offenen Brief an DFB-Präsident Bernd Neuendorf geschickt. Auch nach der Entscheidung pro Sauswi-Arabien bleibt dieser Brief und unser Protest aktuell. Wenn ihr euch als Gruppe dieser Initiative anschließen wollt, teilt uns dies bitte per Mail mit: [email protected]
Und gerne könnt ihr natürlich diesen Brief über eure Sozialen Medien verbreiten. Herzlichen Dank!
#NoToSaudiArabia2034
Eine WM 2034 in Saudi-Arabien verhindern
Urabstimmung über die Teilnahme einer DFB-Auswahl
Offener Brief an DFB-Präsident Bernd Neuendorf
Vorbemerkung
Am 11. Dezember 2024 hat der FIFA-Kongress offiziell über die Vergabe der WM-Turniere 2030 und 2034 entschieden. Hinter den Kulissen war längst eine Vorentscheidung eingefädelt worden: Der FIFA-Rat, in dem Bernd Neuendorf Mitglied ist, legte sich darauf fest, das Turnier 2030 auf den drei Kontinenten Afrika, Europa und Südamerika auszuspielen. Damit fallen diese Kontinente aufgrund der Vergabe-Gewohnheiten als folgende Gastgeber aus, und es wurde der Weg freigemacht, das Turnier schon 2034 wieder nach Asien zu vergeben. Dort hieß der einzige Bewerber Saudi-Arabien. Damit ist klar: Nur zwölf Jahre nach Katar 2022 findet erneut eine WM-Endrunde in einem diktatorisch regierten Golfstaat statt.
Sehr geehrter Herr Neuendorf,
wir, die unterzeichnenden Gruppen, erklären uns strikt gegen eine Vergabe der WM-Endrunde 2034 nach Saudi-Arabien. Das Land wird in einer Monarchie diktatorisch regiert. Menschenrechte werden ständig und massiv verletzt. Es gibt keine Meinungs- und Pressefreiheit, keine freien Wahlen, keine Religionsfreiheit. Die Selbstbestimmungsrechte von Frauen sind stark eingeschränkt, Homosexualität ist verboten, LGBTIQ*-Communities werden unerbittlich verfolgt. Zum saudischen Alltag gehören willkürliche Verhaftungen, Folterungen und eine häufig verhängte Todesstrafe, auch wegen politischer „Straftaten“. Weit über zehn Millionen Arbeitsmigrant:innen sind dem brutalen Kafala-System unterworfen, das Missbrauch und Ausbeutung leicht macht.
Saudi-Arabien wendet seit Längerem riesige Geldsummen auf, um im internationalen Sport Einfluss zu gewinnen und große Turniere ins eigene Land zu holen. Ein Ziel dabei ist es, vom Image des Folterstaates abzulenken und somit eindeutiges Sportswashing zu betreiben.
Es widerspricht allen ethischen Grundsätzen des Sports, einen solchen Staat als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft auszuwählen. Diese Entscheidung der FIFA folgt allein der Logik von Profit und Korruption und verhöhnt das eigene hehre Bekenntnis zu Menschenrechten und Nachhaltigkeit.
Wir verurteilen alle Schritte und Beschlüsse, die zu einer Entscheidung pro Saudi-Arabien geführt haben. Vielmehr treten wir für WM-Endrunden ein, bei denen die Aspekte Menschenrechte und Nachhaltigkeit entschieden beachtet werden. In diesem Sinn fordern wir Sie, Herr Neuendorf, als DFB-Präsident und Mitglied des FIFA-Rates auf:
# Revidieren Sie Ihre Entscheidung für Saudi-Arabien als Gastgeber der WM 2034.
# Falls es bis 2030 keine grundlegenden demokratischen und liberalen Reformen im Land geben wird: Führen Sie unter den DFB-Mitgliedern rechtzeitig vor der WM-Qualifikationsspielen eine bindende Urabstimmung durch zu der Frage, ob die DFB-Nationalmannschaft an dem Turnier 2034 teilnehmen soll.
# Treten Sie für FIFA-Vergaberichtlinien ein, in denen die Wahrung der Menschenrechte im Gastgeberland eine tragende Rolle spielt, und zwar auch außerhalb des Zeitfensters des Turniers. Ebenso ist darin zu gewährleisten, dass im Kontext mit dem Turnier soziale Härten sowie unsinnige Infrastrukturbauten vermieden werden. In die Vergabeverfahren sind unabhängige Menschenrechtsorganisationen einzubeziehen.
Bisher unterzeichnet durch:
Fairness United
Unsere Kurve e.V.
F_in (Netzwerk Frauen im Fußball)
QFF (Queer Football Fanclubs)
BAFF (Bündnis aktiver Fußballfans)
Altona 93
FSV Hansa07 Berlin
SV Borussia Leer
Lagergemeinschaft Dachau e.V.
Sport handelt fair
FAIReinskultur
IVF Leipzig (Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport Fußball)
Klaus Schultz (Mitglied des Koordinationsteam von !NieWieder)
Nürnberger Menschenrechtszentrum
Aktion 3.Welt Saar
Gesellschaftsspiele e.V. (Berlin)
Eiserner V.I.R.U.S. e.V. (Berlin)
Schalker Fan-Initiative e.V.
FC Ente Bagdad (Mainz)
Blau-Weiss statt Braun e.V. (Karlsruhe)
Fanabteilung des BTSV Eintracht von 1895 e.V.
Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. (Die Kurve des FC Augsburg)
Fanclubsprecher*innenrat St.Pauli
MillernTon (FC St. Pauli Podcast)
Fan-Gemeinschaft Fussballfreunde v. 1988 (FC St.Pauli)
Kaputte Köpfe Sankt Pauli
Neckarpiraten (Fanclub FC St. Pauli)
Asoziales Netzwerk Sankt Pauli (Fanclub)
Logger im Jogger (Fanclub FC St. Pauli)
Division Hamburg (Fanclub HSV)
Totale Offensive BVB e.V.
Schwarz-Gelbe Essener e.V. (Fanclub BVB)
Supporters Crew Freiburg e.V.
Breisgauflitzer e.V. (Inklusiver Fanclub SC Freiburg)
Schlüsselkinder79 e.V. (Fanclub SC Freiburg)
U.F.F.F.! (Fanclub SC Freiburg)
Der SC Freiburg ist BUNT nicht braun
Torpedo Kinzigtal e.V. (Fanclub SC Freiburg)
smells like team spirit (Fanclub SC Freiburg)
Himmelsstürmer (Fanclub SC Freiburg)
Bier Guerilla Breisgau (Fanclub SC Freiburg)
Alsterfüchse Hamburg (Fanclub SC Freiburg)
Spree-Bobbele (Fanclub SC Freiburg, Berlin)
Fanclub Auswärtsfunken
Fussball-Freunde Sömmerda e.V.
EISEN Bremen
Prosecco-Front (Fanclub Offenbucher Kickers)
Monaco Queers e.V. (Fanclub FC Bayern)
Stuttgarter JUNGXX e.V. (Schwul-lesbischer VfB-Stuttgart-Fanclub)
Rote Karte e.V. (Fanclub VfB Stuttgart)
Oldenburger Faninitiative e.V.
Dauerbrenner (Fans SV Babelsberg 03)
Brigade Konrad Wolf (Fans SV Babelsberg 03)
SK13 (Fans Sportfreunde Siegen)
Platzhirsche Ultras Düren (Supporter 1. FC Düren)
Roter Stern Nordost Berlin e.V.
Freibier Ultras Lotte
Krisenherd Köln (FC-Fanclub)
VfL Norwegen (Fanclub VfL Bochum)
ej-sport der Evangelischen Jugend in Bayern
Vitesse Mayence 1986 e.V. (Mainz)
Westwärts (Musikband)
Buchhandlung BiBaBuZe (Düsseldorf)
FussballimTV
Kompakte Infos zu Saudi-Arabien (Menschenrechtslage und Ambitionen im Fußball) liefert unser achtseitiger Flyer, den ihr hier downloaden könnt. Wollt ihr außerdem eine gedruckte Fassung? Dann schreibt uns über das Kontaktformular auf der Startseite unten.
Fairness United –
Unser neuer Name ist Programm !
Wir (das sind fast alle aus dem Kernteam von #BoycottQatar2022) bleiben weiter aktiv in Sachen Menschenrechte im internationalen Fußball. Gemeinsam mit Fangruppen, NGOs und Gewerkschaften wenden wir uns gegen Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und andere Formen der Diskriminierung.
Wir wollen internationale Turniere wie WM, EM oder Klub-WM kritisch begleiten, fragen nach Menschenrechten im Gastgeberland, nach Lieferketten der Sponsoren, nach Entscheidungsprozessen bei FIFA und UEFA.
Unsere aktuellen Themenfelder sind die FIFA WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA sowie Saudi-Arabien, wo 2034 die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
Informiert euch auf unserer Homepage, bei Facebook, BlueSky oder Instagram über unsere Aktivitäten. Mitstreiter*innen sind natürlich herzlich willkommen. Meldet euch einfach per Email bei uns:
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