Protestaktion vor dem DFB-Campus, 10.12.2024
DER WM-GASTGEBER
Saudi-Arabien und der internationale Fußball
Newcastle United
Am 7.Oktober 2021 wurde der englische Premier League-Klub Newcastle United zu 80 Prozent von einem Konsortium übernommen, das vom saudi-arabische Public Investment Fund (PIF) angeführt wird. Die Kaufsumme betrug 350 Millionen Euro, was im Vergleich zu den Preisen, die für andere Premier League-Adressen aufgerufen wird, nahezu ein Schnäppchen ist.
PIF wurde 1971 vom saudischen Regime ins Leben gerufen, zum Zweck der Geldanlage im Auftrag der Regierung. PIF ist heute ein globaler Player, das Regime plant ihn im Rahmen ihres Entwicklungsplans Vision 2030 zum größten Staatsfond der Welt auszubauen. Chef des Fonds ist Mohammed bin Salman, Kronprinz und Premierminister Saudi-Arabiens, der den Journalisten Jamal Kashoggi zersägen und verbrennen ließ.
Die Übernahme von Newcastle United war nicht das erste Engagement in der Premier League. 2008 vereinbarte Manchester United ein Sponsoring mit Saudi Telecom, der größten Telefongesellschaft des Landes. 2017 wurde dieses ausgebaut. Auf der Homepage von United war damals zu lesen: „Strategische Partnerschaft: Der Verein unterstützt die saudi-arabische Sportbehörde bei der Schaffung eines nachhaltigen und florierenden Fußballsektors. Manchester United und die saudi-arabische Sportbehörde haben heute eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Der 20-fache englische Meister wird die saudi-arabische Sportbehörde bei der Entwicklung der Fußballindustrie im Rahmen der Vision 2030 unterstützen. Im Rahmen der neuen strategischen Partnerschaft wird United sein wirtschaftliches und sportliches Know-how an Vereine, Sportbehörden und Einzelpersonen in Saudi-Arabien weitergeben.
Die Partnerschaft ist Teil der saudischen Vision 2030, dem Plan zur Diversifizierung der saudischen Wirtschaft und zur Entwicklung des öffentlichen Sektors, der im vergangenen Jahr von Kronprinz Mohammad bin Salman angekündigt wurde. (…) Der Verein unterhält seit langem Beziehungen zu Saudi-Arabien und hat über fünf Millionen begeisterte Fans in der Region. Unsere Partnerschaft mit Saudi Telecom ist die am längsten bestehende von allen unseren kommerziellen Partnern. Es ist eine große Ehre für uns, die Fußballindustrie im Königreich mitgestalten zu dürfen, und wir glauben, dass wir hier viel bewegen können.“
Trotzdem: Bis zur Übernahme von Newcastle United besaßen Saudi-Arabiens Nachbarn Katar und die Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) einen deutlichen Vorsprung in Sachen Sportswashing. Katar gehörte Paris St. Germain, saß in der Führung der UEFA und der ECA, der Vereinigung der europäischen Großklubs, und war Ausrichter der WM 2022. Die VAE, genauer: das Emirat Abu Dhabi nannten vor allem Manchester City sein eigen, in der Saison 2022/23 Gewinner der UEFA Champions League.
Sportlich zahlte sich die Übernahme für Newcastle umgehend aus. Zunächst gelang der kaum noch für möglich gehaltene Klassenerhalt. Die „Magpies“ beendeten die Saison 2021/22 als Zwölfter. Eine Saison später verbesserte sich Newcastle United um acht Plätze und qualifizierte sich damit erstmals seit 20 Jahren wieder für die Champions League.
Für die Saison 2023/24 hat der Klub mit den Saudis einen weiteren Deal abgeschlossen: Neuer Trikotsponsor wird das saudische Veranstaltungsunternehmen Sela, das 29 Millionen Euro pro Spielzeit zahlt – viermal so viel wie der Vorgänger, ein chinesisches Glücksspielunternehmen.
Weltstars in der Saudi-Liga
Die Pläne der Saudis gestalten sich noch um mindestens eine Nummer ehrgeiziger als die von Katar und widmen sich auch der heimischen Liga. Katars Möglichkeiten sind hier bei einer Bevölkerung von lediglich ca. 2,7 Millionen beschränkt, zumal davon nur gut zehn Prozent katarische Staatsangehörige sind. Beim „Rest“ handelt es sich um weitgehend rechtlose Arbeitsmigrant:innen. Dagegen zählt Saudi-Arabien ca. 36 Millionen Einwohner: innen, von denen ca. elf Millionen Arbeitsmigrant:innen sind. 36 Millionen, das entspricht in etwa der Bevölkerungsgröße Polens. Ohne die Arbeitsmigrant:innen sind es immer noch ca. 25 Millionen und damit ca. drei Millionen mehr als die addierten Einwohnerzahlen der skandinavischen EU-Länder Dänemark, Finnland und Schweden. Anders als in Katar ist also für Publikum garantiert.
67 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 35. Viele der jungen Menschen sehnen sich nach Entertainment. Das Land hat eine Fangemeinde für Vereins- und Nationalmannschaftsfußball, die es mit vielen Ländern in Europa aufnehmen kann. Aber nicht mit den großen Ligen Europas. Mehrere Zehntausend Zuschauer kommen nur zu den Topspielen der Spitzenklubs wie al-Ittihad oder al-Hilal. Nur vier Klubs verbuchen einen Schnitt von über 10.000 Besuchern pro Heimspiel. An fast jedem Spieltag gibt es ein Spiel mit unter 1.000 Fans.
Allerdings kann Saudi-Arabien auf eine lange Geschichte im Männerfußball zurückblicken und ist hier eine der erfolgreichsten Nationen Asiens. Die Nationalmannschaft war bei sechs der letzten acht Weltmeisterschaften dabei, bei der WM 2022 besiegte sie den späteren Weltmeister Argentinien mit 1:0.
Im Juni 2023 übernahm der PIF auch die heimischen Klubs Al-Ahli, Al-Hilal, Al-Nassr und Al-Ittihad. Damit verfügen diese Klubs über fast unbegrenzte finanzielle Ressourcen. Weitere Klubs wurden unter die Aufsicht von Regierungsbehörden und staatsnahen Institutionen gestellt. Das Regime will die Saudi Professional League (SPL) zu einer der zehn größten Fußballligen der Welt entwickeln – mit Hilfe von 20 internationalen Stars. Jeweils drei von ihnen sollen für die PIF-Klubs Al-Hilal, Al-Nasr, Al-Ittihad und Al-Ahli kicken, die „Big Four“ der Liga. Die anderen acht Klubs bekommen jeweils einen Star. Und die Nationalmannschaft? Diese rangiert aktuell in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 54, soll aber unter in die Top 10 aufsteigen.
Um die globale mediale Aufmerksamkeit für die Liga zu erhöhen, griffen die Architekten der Liga gleich ins oberste Regal der alternden Weltstars. Al-Nassr verpflichtete Cristiano Ronaldo, Al-Hilal Neymar (31) und Al-Ittihad Karim Benzemas (35). Ronaldo (38) soll 200 Millionen Euro pro Jahr kassieren. Neymars jährliches Grundgehalt wird von saudischen Medien mit ca. 100 Millionen Euro angegeben. Hinzu kommen einen Prämie von 80.000 Euro pro Sieg und 500.000 Euro pro positiven Post über die saudische Liga. (Neymar hat über 200 Millionen Follower auf Instagram.) Bei Benzema schwanken die Gehaltsangaben zwischen 50 und 200 Millionen.
Al-Nassr versicherte sich auch noch der Dienste von Sadio Mané (31, Bayern München), David Ospina (34, SSC Neapel), Marcelo Brozovic (30, Inter Mailand), Seko Fofana (28, RC Lens), Alex Tells (30, Manchester United) und Talisca (29, Guangzhou FC). Konkurrent All Ittihad holt noch N‘Golo Kanté (32, Chelsea), Fabinhoi (290, FC Liverpool) und Jota (24, Celtic Glasgow). Al-Hilal verpflichtete den Keeper Bono (32, FC Sevilla), Kalidou Koulibaly (32, Chelsea), Sergej Milinkovic-Savic (28, Lazio Rom), Rúben Neves 26, (Wolverhampton Wanderers), Ryard Mahrez (32, Manchester City) und Moussa Marega (32, FC Porto), Letzterer hat den Verein aber schon wieder verlassen. Und Al-Ahli versicherte sich der Dienste von Roberto Firmino (31, FC Liverpool) und Edouard Mendy (31, FC Chelsea), der mit einer Ablöse von 18,5 Millionen Euro der weltweit zweitteuerste U30-Keeper ist. Erwähnenswert auch die Transfers von Al-Ettifaq: Trainiert wird das Team von Steven Gerrard, der damit der prominenteste Trainer der SPL ist. Im Mittelfeld zieht Jordan Henderson (33, FC Liverpool) die Fäden, für ein wöchentliches Salär von 800.000 Euro. Vor ihm stürmt Moussa Dembelé (27, Olympique Lyon).
Laut „Spiegel“ haben saudische Vereine allein in der Transferperiode des Sommers 2023 mehr als 700 Millionen Euro für internationale Stars ausgegeben. Lionel Messi wurden angeblich 500 Millionen pro Jahr angeboten bzw. 1,5 Milliarden für drei Jahre, aber der siebenfache Ballon-d’Or-Gewinner zog den MLS-Klub Inter Miami vor. Allerdings steht Messi beim saudischen Staat als Tourismusbotschafter auf der Gehaltsliste.
Hitzlspergers Kritik
Als Jordan Henderson vom FC Liverpool zu Al-Effitaq wechselte, twitterte Thomas Hitzlperger, die alte „Marke“ Jordan Henderson sei damit „tot“.
In einem Gastbeitrag für den „Guardian“ erklärte der Ex-Nationalspieler, was er damit meine: „Er hat sich in der Vergangenheit für den Kampf gegen Homophobie eingesetzt, und die Menschen fühlen sich durch seinen Wechsel in ein Land verraten, in dem gleichgeschlechtliche Beziehungen illegal sind und mit der Todesstrafe geahndet werden können. Es ging nicht darum, die Menschen in Saudi-Arabien oder die Spieler für ihren Wechsel zu kritisieren. Es ist ihre Entscheidung, und es steht ihnen frei, dorthin zu gehen, wohin sie wollen. Aber was Henderson getan hat, steht im Widerspruch zu dem, was er gesagt hat.“
Hendersons Engagement für die LGBTQ+-Gemeinschaft sei „fantastisch“ und „immens“ gewesen. Doch „dann kommt ein finanziell lukratives Angebot, und er scheint plötzlich zu vergessen, wofür er in der Vergangenheit stand. Seine Unterstützung fühlt sich einfach nicht mehr echt an. In den letzten zehn Jahren, seit ich offen schwul bin, haben wir einen weiten Weg zurückgelegt, aber man kann die Verbesserungen nicht als selbstverständlich ansehen. Es ist ein ständiger Kampf. (…) Deshalb ist der Wechsel von Henderson von großer Bedeutung und eine große Enttäuschung.“
Spieler, die sich für eine gute Sache engagieren, müssten das wirklich ernst meinen und bereit sein, „die Konsequenzen zu tragen." Wenn man dazu nicht bereit sei, sollte man es lassen und „einfach Fußball spielen“. Die deutsche Nationalelf sei bei der WM 2022 ein passendes Beispiel dafür gewesen: „Vor der WM hatte ich die Gelegenheit, mit der Mannschaft zu sprechen. Ich fand, es war eine gute Gelegenheit für sie, ein Statement abzugeben, wofür sie stehen und wofür der deutsche Fußballverband steht. Aber wir können die Spieler nicht zwingen. Wenn sie nicht alle damit einverstanden sind, dass sie so etwas machen wollen, dann wird es schiefgehen, wie in Katar.“
FC Chelsea
Auffallend ist das große Interesse an Spielern von Chelsea. Nach dem Ausscheiden des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine verkaufte dieser 60 Prozent und damit die Mehrheit der Anteile an die Investmentfirma Clearlake. Hierbei handelt es sich um ein Private-Equity-Unternehmen, das Geld bei Investoren einsammelt. Einer dieser Investoren ist PIF. Der Staatsfonds sorgt nun dafür, dass Chelseas verfahrene finanzielle Lage wieder in Ordnung gebracht wird. Der Klub verbuchte in der Saison 2022/23 ein Transferdefizit von über 500 Mio. Euro, allein für seine Wintertransfers gab Chelsea mehr Geld aus als alle Erstligisten in Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland zusammengezählt. Der Erfolg blieb aus. Chelsea wurde nur Zwölfter und muss somit in der Saison 2023/24 auf Einnahmen aus der Champions League verzichten.
Damit saß der Verein in einer finanziellen Klemme. Die Regeln der Premier League besagen, dass ein Klub pro Saison nicht mehr Geld ausgeben darf, als er einnimmt – plus eines Spielraumes von 35 Millionen Pfund. Chelsea waren deshalb bei Neuverpflichtungen die Hände gebunden. Der Kader war zu groß und zu teuer. Die vielen Transfers nach Saudi-Arabien spülen Geld nun in die leere Kasse und entlasten die Liste der Gehaltsempfänger – zumal der Wert der transferierten Spieler nicht den von ihnen bezogenen Gehältern entspricht. Was ein Klub an Einnahmen verbucht, muss aus dem Fußballgeschäft kommen. Im Falle von Chelsea kommen diese aber zumindest indirekt vom Investor, der PIF. Ex-Nationalspieler und TV-Experte Gary Neville fordert deshalb: „Die Premier League sollte ein sofortiges Verbot für Transfers nach Saudi-Arabien verhängen, um sicherzustellen, dass die Integrität des Fußballs nicht beschädigt wird."
Aktuell und insgesamt betrachtet profitieren die Premier League-Klubs erst einmal von der saudischen Transferoffensive, da diese ihnen teure Spieler abnimmt, die sportlich nicht mehr die erste Geige spielen. Die Superstars der SPL sind in der Regel über 30 Jahre alt. An Ronaldo, Benzema, Neymar und Mané besteht bei den Topklubs in Europa kaum noch ein Interesse – das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht mehr. Anders als bei einem Kylian Mbappé.
Mittelfristig kann die SPL für die Premier League eine Herausforderung darstellen, da sich jüngere Fans in den sozialen Medien häufig mehr für einzelne Stars als für Vereine interessieren. In der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt Sven Haist: „Über das Kräfteverhältnis zwischen Premier League und Saudi Pro League dürften daher in Zukunft vor allem die jungen Topstars entscheiden. Möchten sie lieber an der Seite der Altstars in Arabien spielen – oder bei den etablierten Klubs in Europa, um die nach wie vor renommiertesten Klub-Titel? Bisher hat die Premier League im Wettbewerb stets ihre finanzielle Überlegenheit ausgespielt. Das wird im Duell mit den subventionierten Pro-League-Klubs auf Dauer nicht funktionieren.“
Ernüchterung: „Ein Fehler“
Bei einigen Stars ist mittlerweile die Ernüchterung eingezogen. Die Gründe: das schlechte fußballerische Niveau, die miserablen Trainingsbedingungen, die häufig nur wenigen Zuschauer sowie ein unattraktives Freizeitangebot. Tilman Engel (59), der als Wirtschaftsberater beim Aufbau der Liga in Katar half, erzählt der „Welt“: „Schon vor 15 Jahren beim Aufbau der Liga in Katar haben sich Spieler und Agenten nicht richtig auseinandergesetzt mit den Ligen. Bei den Anwerbegesprächen blendet die Fünf-Sterne-Behandlung, aber viele der Vorzüge eines Sportstar-Lebens in Europa gibt es dort nicht. Ein bombastisches Millionengehalt in Empfang zu nehmen und zu erwarten, genau das Star-Leben wie in Europa führen zu können, muss scheitern.“ Außerdem sind die Stars es nicht gewohnt, wie gewöhnliche Angestellte behandelt zu werden. Engel: „Nach der Unterschrift sind auch die größten Stars nur Angestellte in den Augen der mächtigeren und reicheren Herrscher dahinter.“
Anfang Januar 2024 löste Jordan Henderson seinen Vertrag bei al Ettifaq auf und verzichte damit auf ca. 50 Millionen Euro Gehalt. Henderson: „Es war eine fußballerische Entscheidung.“ Sein Wechsel in die saudische Liga sein „ein Fehler“ gewesen. Auch Karim Benzema liebäugelt mit einer Rückkehr nach Europa.
Was die Klubs aber nicht daran hindert, auch weiterhin ihre Fühler nach Stars aus Europa auszustrecken. So holte Tabellenführer al-Hilal für die Mitte Februar 2024 startende Rückrunde den Brasilianer Renan Lodi, der für 23 Mio. Euro aus Marseille kam.
Die Klub-WM
Erste Anzeichen für ein massives Einsteigen des saudischen Regimes im Weltfußball gab es schon vor dem Erwerb von Newcastle United. 2018 versuchte FIFA-Boss Gianni Infantino, eine Marionette arabischer Autokraten und Diktatoren, die Champions League der UEFA mit einer auf 24 Teams aufgeblasenen Version der FIFA Klub-WM herauszufordern. Des Weiteren war die Einführung einer Weltliga für Nationalteams geplant. Für die Vermarktung dieser Formate boten Investoren 25 Milliarden US-Dollar für zwölf Jahre. Die potentiellen Investoren waren mit Saudi-Arabien verbandelt. Saudi-Arabien war auch Sponsor des (vorerst) gescheiterten Projekts einer europäischen Super League.
Von den letzten sechs FIFA Klubs-WMs fanden fünf in den Golfstaaten statt, dreimal war die VAE Gastgeber, zweimal Katar. 2023 wurde das Turnier erstmals in Saudi-Arabien ausgetragen. Stephen Cockburn, Leiter der Amnesty-International-Abteilung „Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ kommentierte die Entscheidung wie folgt: Die FIFA habe „wieder einmal die grausame Menschenrechtsbilanz" des Golfstaats ignoriert. Der Weltverband missachte „einmal mehr seine eigene Menschenrechtspolitik und macht sich mitschuldig an eklatantem Sportswashing."
2022 wurde zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren das italienische Supercup-Finale in Saudi-Arabien ausgetragen. Luigi De Siervo, Geschäftsführer der Serie A: „Die nächsten beiden Ausgaben werden in Saudi-Arabien stattfinden, dann gibt es eine zweijährige Unterbrechung, in der das Turnier an einem anderen Ort ausgetragen werden kann, und dann wird es für weitere zwei Jahre nach Saudi-Arabien zurückkehren." Für die nächste Saison hat der Vertrag einen Umfang von 23 Millionen Euro.
FC Bayern München
Bayern München ist auch schon in Riad gewesen. 2015 hängte der FC Bayern an sein inzwischen bereits obligatorisches Trainingslager in Doha ein Testspiel in Riad an, der Hauptstadt von Saudi-Arabien. Im König-Fahd-Stadion wurde Al-Hilal mit 4:1 besiegt. Der Bundesligist kassierte hierfür eine Gage im Millionenbereich, die laut „Süddeutscher Zeitung“ der Bayern-Partner Volkswagen an die Säbener Straße überwies.
Der Besuch der Bayern fiel in eine Zeit, als sich der demokratische Teil der Weltöffentlichkeit über die Folterung des saudischen Bloggers Raif Baldawi empörte. Baldawi hatte in auf der von ihm gegründeten Website „Freie Saudische Liberale“ für Religionsfreiheit bzw. einen säkularen Staat und geschlechtliche Gleichberechtigung geworben. 2014 wurde Baldawi wegen „Beleidigung des Islam“ zu zehn Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben – aufgeteilt in 20 Portionen à 50 Hiebe – verurteilt, nachdem ihn ein islamisches Rechtsgutachten zum „Ungläubigen“ erklärt hatte. Das Gericht warf Baldawi vor, Muslime, Christen, Juden und Atheisten als gleichwertig zu betrachten. Für die Richter war dies ein Verstoß gegen das Anti-Terror-Gesetz.
Der erste Teil der Strafe wurde einige Tage vor dem Eintreffen des FC Bayern in Saudi-Arabien vollstreckt. Die zweiten 50 Hiebe sollte Baldawi während des Besuchs erhalten, aber das Opfer war bei der ersten Auspeitschung so schwer verletzt worden, dass die Fortsetzung der Folter aufgeschoben wurde. Einen Tag vor dem Freundschaftsspiel des deutschen Rekordmeisters wurde in Mekka eine Frau öffentlich enthauptet. Damit sich die Enthauptung möglichst schmerzhaft gestaltete, war das Opfer nicht einmal narkotisiert worden. Es war seit Jahresbeginn bereits die siebte Hinrichtung in Saudi-Arabien.
Frauen waren bei der Partie gegen Al-Hilal übrigens nicht zugegen – ihnen war das Betreten eines Fußballstadions in Saudi-Arabien bis 2018 verboten. Den FC Bayern focht aber auch das nicht an.
Politik und Menschenrechte in Saudi-Arabien
„Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von Hautfarbe, ethnischer, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Behinderung, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand, sexueller Orientierung oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspendierung oder des Ausschlusses verboten.“ (FIFA-Statut, Artikel 4)
„Alle unsere Drittparteien müssen bei ihrer Arbeit für die FIFA die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen einhalten.“ (Aus dem FIFA-Verhaltenskodex für alle Drittparteien vom März 2021)
Saudi-Arabien, Gastgeber der diesjährigen Klub-Weltmeisterschaft und Bewerber um die WM 2030, dürfte zweifellos in die Kategorie „Drittpartei“ fallen. Ebenso zweifellos verstößt der Staat allerdings gegen die oben zitierten Leitlinien der FIFA. Strenggenommen dürfte Saudi-Arabien gar kein FIFA-Mitglied sein. Zumindest aber nicht Gastgeber irgendwelcher FIFA-Veranstaltungen.
Politisches System
Saudi-Arabien ist eine absolutistische Monarchie, die von der Familie des Staatsgründers Saud regiert wird. Der König (Malik) verfügt als „Führer und Überwacher der Politik der Nation“ faktisch über eine diktatorische Machtfülle. Es existiert keine Verfassung außer dem Koran. Bei Rücktritt oder Tod des Königs entscheiden die führenden Mitglieder der Herrscherfamilie über die Nachfolge, wobei sie sich mit religiösen Führern (Ulema) abstimmen müssen.
Parteien und Gewerkschaften sind in Saudi-Arabien verboten. Nationale Wahlen gibt es nicht, ebenso wenig eine Trennung zwischen Legislative und Exekutive. Statt eines Parlaments existiert ein Beratendes Gremium, dessen Mitglieder vom König bestimmt werden. Es hat keinerlei gesetzgeberischen Befugnisse. Auch die Minister werden vom König ernannt; meist handelt es sich um Mitglieder der Herrscherfamilie. Ebenso benennt der König die Richter. Immerhin: Seit 2005 gibt es Wahlen auf regionaler und kommunaler Ebene, an denen seit 2015 auch Frauen teilnehmen dürfen.
Der Demokratieindex des „Economist“ führte Saudi-Arabien 2022 als „autoritäres Regime“ an Platz 150 (von 167). Bewertet werden dabei beispielsweise Wahlprozesse oder Bürgerrechte. Die Organisation Freedom House schätzte das Land 2023 (wie die Jahre zuvor) als „nicht frei“ ein. Sowohl bezüglich der „politischen Rechte“ wie der „Freiheitsrechte“ wurde es in die schlechteste Kategorie (Nr. 7 – Geringste Freiheit) eingestuft.
Menschenrechte
Saudi-Arabien zählt weltweit zu den Staaten mit den schlimmsten Menschenrechts-verletzungen. Die UN-Charta der Menschenrechte von 1948 wurde von Saudi-Arabien nicht unterzeichnet, da sie mit der Scharia nicht vereinbar sei. Saudi-Arabien ist der Arabischen Menschenrechtscharta beigetreten. Diese bezieht sich auf die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“, welche die Gewährung von Menschenrechten grundsätzlich unter den Vorbehalt der Scharia stellt.
Die Tätigkeit von Menschenrechtsorganisationen ist verboten. Laut Amnesty International werden Aktivist:innen willkürlich inhaftiert, zu oft mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, während der Haft schikaniert und nach ihrer Freilassung mit Reiseverbot belegt. Seit 2008 existiert ein spezielles Sonderstrafgericht, das sich mit Vergehen gegen die Staatssicherheit befasst, insbesondere aufgrund politischer Opposition. Anklagen lauten beispielsweise auf „Verletzung der Treuepflicht gegenüber dem Herrscher“, „Anstiftung zum Aufruhr“ oder „Störung der öffentlichen Ordnung durch Teilnahme an Protestmärschen“ etc. Mit diesen Sondergerichten eng verbunden ist die Tätigkeit des Inlandsgeheimdienstes Mabahith, dem Menschenrechtsorganisationen willkürliche und rechtswidrige Verhaftungen vorwerfen. Er unterhält ein eigenes Gefängnis, in dem Terroristen, aber auch Regimegegner:innen und kritische Journalist:innen oft für unbegrenzte Zeit festgehalten und von der Außenwelt isoliert werden.
Meinungsfreiheit existiert faktisch nicht. Allein im Jahr 2022 registrierte Amnesty international zahlreiche Fälle, in denen für kritische Äußerungen auf Twitter oder für die Teilnahme an friedlichen Versammlungen Haftstrafen zwischen 10 und 45 Jahren verhängt wurden. Die Menschenrechtsorganisation stuft die Verfahren als „grob unfair“ ein, teilweise wurden Personen verurteilt, die zum Zeitpunkt der „Tat“ noch minderjährig waren.
Beispielsweise wurde im Sommer 2022 nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ Nura al-Kahtani zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie durch einen kritischen Twitter-Eintrag die „öffentliche Ordnung“ und das „soziale Gefüge“ verletzt habe. Auch die Frauenrechtlerin Salma al-Shehab, die in Veröffentlichungen Frauenrechte für ihr Land gefordert hatte, wurde laut Amnesty im August 2022 zu 34 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil erging wegen „Störung der öffentlichen Ordnung und Destabilisierung der staatlichen Sicherheit und Stabilität“. Das ursprüngliche Strafmaß von „nur“ sechs Jahren Haft wurde durch ein Sonderstrafgericht drastisch verschärft.
In der Vergangenheit wurde der Fall Raif Badwani bekannt. Er hatte 2008 das Forum „Freie Saudische Liberale“ gegründet, das Reformen anstoßen wollte. Er wurde 2014 in einer Berufungsverhandlung zu zehn Jahren Gefängnis und 20x50 Stockhieben verurteilt; 2022 kam er frei, wurde aber mit einem zehnjährigen Ausreiseverbot belegt. Sein Anwalt Abu al-Khair wurde wegen seiner Tätigkeit als Badwanis Verteidiger zu 15 Jahren Haft mit anschließendem Reiseverbot verurteilt. Weil er Kontakt zu internationalen Organisationen aufgenommen hatte, wurde ihm „Schädigung des Rufs des Staates“ vorgeworfen.
Pressefreiheit gibt es nicht. In der Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen Anfang 2023 veröffentlicht hat, rangiert Saudi-Arabien auf Platz 166 (von 180), noch hinter Afghanistan. Es ist dort traditionell in die schlimmste Kategorie eingestuft: „sehr ernst“.
Oppositionelle Zeitungen sind nicht zugelassen. Wer sich im Internet und in den Sozialen Medien kritisch über die Situation im Land äußert, riskiert hohe Gefängnisstrafen – siehe oben. „Streng überwacht“ werden nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes auch die Internet-Aktivitäten von Tourist:innen.
Berühmt wurde der Fall des Journalisten Jamal Khashoggi, der zunächst als Direktor der saudi-arabischen Tageszeitung „Al-Watan“ arbeitete, sich zu einem Kritiker des Systems entwickelte und im US-amerikanischen Exil für die „Washington Post“ schrieb. Er verschwand im Oktober 2018 im saudi-arabischen Generalkonsulat von Istanbul. Es gilt als erwiesen, dass Kronprinz Mohammed bin Salman seinen Mord angeordnet hat. Khashoggi wurde vermutlich erst verhört und gefoltert, dann ermordet.
Nach der Tat verhängten einige westliche Staaten zunächst Sanktionen gegen Teile der Herrscherfamilie und auch den Kronprinzen. Nachdem Salman 2022 von seinem Vater zum Premierminister ernannt worden war, billigten die USA ihm Immunität zu. Im Juli 2022 besuchte US-Präsident Biden das Land und unterstrich die strategische Partnerschaft zwischen Saudi-Arabien und den USA. Laut Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen ermutigte diese „Rehabilitierung“ das saudische Regime, gegen Kritiker:innen härter vorzugehen.
Religionsfreiheit ist stark eingeschränkt. Es darf ausschließlich der sunnitische Islam in Form des konservativen Wahhabismus praktiziert werden. Auch der schiitische Islam und seine Bräuche dürfen nicht offen ausgeübt werden. Der Übertritt zu einer anderen Religion wird mit Todesstrafe bedroht.
Die Einrichtung von Kirchen oder Synagogen sowie eine Missionierung für andere Religionen – wozu schon Gespräche beispielsweise über das Christentum zählen – sind verboten. Nicht einmal der Besitz einer Bibel, Kreuzes, Rosenkranzes oder nur von Christbaumschmuck ist saudischen Bürger:innen erlaubt. Ausländer:innen dürfen im privaten Rahmen jedoch ihre Religion ausüben. Im Land lebende Juden/Jüdinnen gibt es kaum, sie dürfen aber einreisen, sofern sie keine Israelis sind.
Auf dem Index der Christenverfolgung der Organisation Open Doors (mit dem „Spitzenreiter“ Nordkorea) rangiert Saudi-Arabien aktuell auf Platz 13. Es ist nicht bekannt, wie viele Einheimische sich zum Christentum bekennen, da sie ihren Glauben geheim halten. Von den Ausländer:innen im Land sind rund 1,2 Millionen Christ:innen, überwiegend Arbeitsmigrant:innen aus den Philippinen.
Frauenrechte sind in Saudi-Arabien stark eingeschränkt, auch wenn sich die Situation in den vergangenen Jahren leicht verbessert hat. Inzwischen genießen Frauen Reisefreiheit, zuvor benötigten sie eine Genehmigung durch den männlichen Vormund. Es sind auch zunehmend Frauen berufstätig; unter Studierenden stellen Frauen sogar die Mehrheit. Bilder von modernen, berufstätigen Frauen sollen beitragen, das Image des Staates international zu verbessern. Prototyp ist Mona Abu Suleyman, Direktorin der Stiftung Kingdom Holding, Vorsitzende des Weltwirtschaftsform in Dschidda, geschieden, Mutter einer Tochter.
Doch auch im aktuellen Ranking des Global Gender Gap liegt Saudi-Arabien nur auf Platz 131 von 146. Denn bei den meisten Entscheidungen unterliegt die Frau weiterhin der männlichen Vormundschaft, bis zur Heirat meist Vater oder Brüder, in der Ehe der Mann. Die Wahl des Ehepartners sowie (nicht mehr gesetzlich, aber in den meisten Fällen faktisch) der Entschluss zum Studium und für einen Beruf sind von der Zustimmung des Vormunds abhängig. Dies gilt gesetzlich auch, wenn Frauen bestimmte Formen der sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen wollen. Ebenso bedürfen Rechtsgeschäfte der Zustimmung des Vormunds.
Nur in Ausnahmefällen kann sich eine Frau von der Vormundschaft befreien bzw. sich von ihrem Mann scheiden lassen. Dafür muss sie nachweisen, dass der Vormund sie misshandelt, gequält, vergewaltigt oder zu Taten gezwungen hat, die mit dem Islam unvereinbar sind, beispielsweise Prostitution.
Innerhalb einer Ehe ist die Frau verpflichtet, ihrem Mann zu gehorchen. Laut Amnesty international herrscht die absurde Situation, dass eine Frau, die von häuslicher Gewalt betroffen ist, die Erlaubnis ihres Vormunds braucht, um ihren ehelichen Wohnsitz zu verlassen. Kinderheirat und Polygamie sind noch immer gängige Praxis. Im Fall einer Scheidung bleibt der Vater in jedem Fall Erziehungsberechtigter, während der Frau nur das Sorgerecht zukommt. Sie muss sich also um das Kind kümmern, die Entscheidungen trifft aber der Mann.
Im gesamten öffentlichen Raum gilt, dass Frauen keinen Kontakt zu nichtverwandten Männern haben dürfen. Diese Regelung führt dazu, dass in vielen Bereichen Männer und Frauen getrennt anzutreffen sind, z.B. in Bussen, Einkaufscentern oder Restaurants. An der Universität müssen Studentinnen die Vorlesungen männlicher Dozenten am Bildschirm verfolgen. Generell müssen Frauen Kopftücher und bodenlange Gewänder tragen. 2002 starben in Mekka 15 Mädchen, die aus einer brennenden Schule nicht unverschleiert ins Freie gelassen wurden. Human Rights Watch benennt Fälle, in denen Frauen ums Leben kamen, weil ihnen die Hilfe durch männliche Sanitäter oder Notärzte verwehrt blieb.
Seit einigen Jahren dürfen Frauen selber Autofahren und machen dies auch verbreitet. Die Aktivistin, die sich öffentlich dafür eingesetzt hatte, Loujain al-Hathlul, wurde allerdings 2018 von saudischen Agenten aus Dubai entführt, in Saudi-Arabien gefoltert und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. (Aufgrund internationaler Protest kam sie nach einem Jahr frei, darf aber weitere fünf Jahre das Land nicht verlassen.). Die Repression gegen sie ist symptomatisch: Frauenrechte werden zwar allmählich verbessert, doch engagierte Feministinnen, die dafür z.B. im Internet kämpfen, werden immer strengeren Sanktionen unterworfen – siehe oben, das Beispiel Salma al-Shehab.
Im Mai 2018 wurden bei einer Verhaftungswelle zahlreiche Aktivistinnen willkürlich festgenommen. Laut Amnesty International gibt es drei unabhängige Zeugenaussagen, nach denen die Frauen „wiederholt mit Stromschlägen und Schlägen gefoltert worden seien. Manche von ihnen konnten anschließend kaum mehr gehen oder stehen. In einem Fall soll eine Aktivistin an der Decke aufgehängt worden sein, eine weitere Aussage besagt, dass eine der festgehaltenen Frauen wiederholt sexualisierten Übergriffen durch Vernehmungsbeamte ausgesetzt worden sei, die Gesichtsmasken trugen.“ Eine der Frauen versuchte sich anschließend das Leben zu nehmen.
LGBQT*-Communities gibt es nicht in Saudi-Arabien, denn alles außer heterosexuellen Beziehungen ist untersagt. Eine islamische Religionspolizei, das sogenannte „Komitee für die Verbreitung von Tugendhaftigkeit und Verhinderung von Lastern“, überwacht das gesellschaftliche Leben.
Die Ausübung von Homosexualität wird schlimmstenfalls mit der Todesstrafe geahndet; vier Fälle von Hinrichtungen sind bekannt. Üblicher ist die Verhängung von Gefängnisstrafen oder Auspeitschung. Ende 2007 wurden zwei Männer wegen homosexuellen Geschlechtsverkehrs zu jeweils 7.000 Peitschenhieben verurteilt
2020 verurteilte ein saudisches Gericht einen jemenitischen Blogger, der als Migrant in Riad lebte, weil er auf Twitter ein Video gepostet hatte, in dem er sagt: „LGBT-Personen verdienen Rechte“. Nach Angaben von Human Rights Watch wurde er wegen „Nachahmung von Frauen“ zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, in Einzelhaft gehalten und geschlagen, damit er gesteht, homosexuell zu sein.
Folter und Todesstrafe
Saudi-Arabien war 2022 weltweit das Land mit der dritthöchsten Zahl an Hinrichtungen (hinter China und Iran). Es wurden 196 Hinrichtungen vollzogen, darunter mindestens drei gegen Männer, die zum Zeitpunkt der angeblichen Verbrechen noch keine 18 Jahre alt waren. Im März 2022 bestätigte ein Strafgericht das Todesurteil gegen Abdullah al-Huwaiti, der zum Zeitpunkt seiner Festnahme 14 Jahre alt war. Unter Zwang hatte er bewaffnete Raubüberfälle und einen Mord gestanden.
Allein an einem einzigen Tag, am 12. März 2022, wurden 81 Hinrichtungen vollzogen, darunter mehrere aufgrund von politischen „Verbrechen“ („Störung des sozialen Gefüges und des nationalen Zusammenhalts“ bzw. „Teilnahme an und Anstiftung zu Sitzstreiks und Protesten“. Nach Einschätzung von Amnesty waren die meisten Verfahren grob unfair. Die Hälfte der Hingerichteten gehörte der schiitischen Minderheit an.
Laut Menschenrechtsorganisationen ist Folter eine verbreitete Praxis in den saudischen Gefängnissen. Damit werden „Geständnisse“ erpresst, die die Grundlage für härtere Strafen bis hin zur Todesstrafe bilden.
Immer wieder kommt es unfassbaren Urteilen. Am 17. September 2015 wurde bekannt, dass das Gnadengesuch des Schiiten Ali Mohammed an-Nimr, der als 17-Jähriger in letzter Instanz zum Tod durch Enthauptung mit nachfolgend postmortaler Kreuzigung verurteilt worden war, abschlägig beschieden wurde. Amnesty International wirft der saudischen Regierung vor, dass das Geständnis Ali Mohammed an-Nimrs unter Folter zustande kam. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vermutet, dass die Härte des Urteils mit der Stellung seines Onkels, Nimr an-Nimr, zu tun hat. Bei diesem handelte es sich um einen „populären schiitischen Prediger im Rang eines Ajatollah und Anführer der schiitischen Protestbewegung“ im östlichen Saudi-Arabien. Er wurde im Januar 2016 hingerichtet.
Arbeitsmigrant:innen
Ein Drittel der 36 Millionen in Saudi-Arabien lebenden Menschen sind Ausländer:innen. Die meisten von ihnen sind Arbeitsmigrant:innen aus nord- und ostafrikanischen Ländern. Wie in anderen Goldstaaten sind sie in Saudi-Arabien dem Kafala-System unterworfen. Sie benötigen für ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis einen Bürgen, zumeist den Arbeitgeber. In einem Bericht der Rosa-Luxemburg-Stiftung heißt es: „Im saudischen Bürgschaftssystem verfügen Arbeitgeber über beträchtliche Machtmittel: Sie bestimmen die Arbeitsbedingungen und entscheiden über Ausreisegenehmigungen und den Einwanderungsstatus. Bei Bauarbeiter:innen und Hausangestellten ist die Gefahr von Missbrauch und Ausbeutung besonders hoch, da sie auch bei der Verpflegung und Unterbringung von ihrem Arbeitgeber abhängig sind.“
Außerdem benennt ein Report von Human Rights Watch „als Formen des Missbrauchs, denen vom Arbeitsrecht nicht erfasste Hausangestellte ausgesetzt sind, unter anderem verspätete oder Nichtzahlung von Löhnen, lange Arbeitszeiten ohne freie Tage, Einbehaltung von Pässen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit, Isolation sowie körperlichen und sexuellen Missbrauch.“
Generell liegt das Lohnniveau für Arbeitsmigrant:innen weit unterhalb dem für saudische Arbeiter:innen. Im November 2013 kam es Protesten, bei denen auch die Polizei angegriffen wurde. Zwei Menschen starben, 560 wurden festgenommen.
Bei Verstößen gegen Arbeits- oder Aufenthaltsbestimmungen greift der Staat rigide durch. Zwischen Januar und November 2022 wurden fast eine halbe Million Menschen wegen solcher Verstöße abgeschoben. Im Frühjahr 2022 wurden Zehntausende äthiopische Erwachsene und Kinder in ihr Heimatland abgeschoben. Zuvor waren sie bis zu 18 Monaten unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert und teilweise gefoltert worden. Mindestens zwölf Menschen starben lauf Amnesty in der Haft.
Es geht aber noch schlimmer. Im August 2023 berichtete Human Rights Watch, dass saudi-arabische Grenzbeamte in den zurückliegenden 15 Monaten mehrere hundert Migrant:innen beim Versuch eines Grenzübertritts vorsätzlich erschossen haben. Dem Bericht zufolge geschehen diese Verbrechen im Grenzgebiet zwischen Jemen und Saudi-Arabien und betreffen hauptsächlich Menschen, die vor der katastrophalen Situation in Äthiopien, Eritrea oder Somalia fliehen. –Wobei wir bei aller Empörung darüber nicht vergessen wollen, dass durch die Pushbacks an den europäischen Außengrenzen ebenfalls immer wieder sehr viele Menschen in den sicheren Tod geschickt werden.
Saudi-Arabien: Außenpolitik, Militär, Terrorismus
Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA, woran auch der von höchster Stelle verordnete Kashoggi-Mord nichts änderte. Das US-Militär unterhält eine große Basis am Persischen Golf. Zu den meisten westlichen Staaten incl. BRD werden enge wirtschaftliche Beziehungen unterhalten. Mehrere hundert deutsche Firmen sind in Saudi-Arabien tätig, darunter Konzerne wie Siemens oder Bayer. Deutschland gehört zu den fünf wichtigsten Lieferländern der Saudis.
Für einige Jahre wurden aus Deutschland in großem Umfang Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien exportiert, allein 2012 wurden Lieferungen im Wert von 1,2 Milliarden Euro genehmigt, noch 2016 waren es Rüstungsgüter für fast 500 Millionen. Begründung: Das Land habe in der Region eine „stabilisierende Funktion“. Wegen der Beteiligung des Landes am Krieg in Jemen sowie nach dem Mord an Kashoggi wurden Waffenexporte vorerst nicht mehr genehmigt. Doch schon 2022 erlaubte die Bundesregierung eine kleinere Lieferung von Komponenten für Kampfflugzeuge an Riad, und im ersten Halbjahr 2023 wurden Ausfuhrgenehmigungen über knapp 900.000 Euro erteilt.
Aktuell (Juli 2023) wird sogar überlegt, die Lieferung von 48 Eurofightern zu genehmigen. Saudi-Arabien verfügt bereits über 72 solcher Maschinen, die auch im Bürgerkrieg in Jemen zum Einsatz kommen, wobei auch Zivilisten sterben. Das saudische Regime hatte sich bereits vor fünf Jahren mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems auf die Lieferung der 48 neuen Kampfflieger geeinigt, doch da Komponenten aus Deutschland benötigt werden, muss die Bundesregierung zustimmen. Nach Presseberichten tendieren Bundeskanzler Scholz und Finanzminister Lindner dazu, die Genehmigung zu erteilen.
Mit 63 Milliarden US-Dollar hatte Saudi-Arabien 2016 die weltweit vierthöchsten Militärausgaben (hinter USA, China und Russland). Ein Grund für die hohen Ausgaben ist die Beteiligung am Krieg im Jemen. Dort kämpfen seit 2004 sunnitische Stammesmilizen sowie Teile der jemenitischen Armee gegen schiitische Huthi-Rebellen, die ebenfalls von Teilen der Armee unterstützt werden. Seit 2015 läuft eine Militärintervention einer von Saudi-Arabien angeführten Allianz, die von anderen sunnitisch regierten Staaten mitgetragen sowie von USA, Frankreich und Großbritannien logistisch unterstützt wird. Die Huthis wiederum werden (zumindest) finanziell stark vom Iran unterstützt, wodurch der ehemalige Bürgerkrieg zu einem Stellvertreterkrieg geworden ist.
Die Opferzahlen können kaum geschätzt werden. Allein in den ersten sieben Monaten der Intervention 2015 starben nach NGO-Angaben 4.500 Zivilist:innen, Zehntausende wurden vertrieben, hauptsächlich infolge saudischer Luftangriffe. Die saudisch geführte Militärkoalition wurde beschuldigt, Streubomben einzusetzen, bei ihren Luftangriffen keinerlei Rücksicht auf zivile Opfer zu nehmen und Krankenhäuser zu attackieren. Die Seeblockade der saudisch geführten Militärkoalition für das ganze Land wurde für akute Versorgungsprobleme der Bevölkerung verantwortlich gemacht, von der 80 Prozent auf humanitäre Hilfe angewiesen waren, deren Verteilung durch die Blockaden und die rücksichtslose Kriegführung behindert wurde.
Die Dimensionen des Krieges können auch an den Kosten erahnt werden. Die Kosten der Luft-, Land- und Seeoperationen der saudisch geführten Militärintervention (über deren Aufgliederung allerdings keine offiziellen Angaben vorlagen) wurden Ende 2015 von Experten auf täglich 200 Millionen (monatlich 6 Milliarden Euro) geschätzt, von denen der Löwenanteil nach Vermutungen von Beobachtern von Saudi-Arabien aufgebracht wurde.
Einen Grund für die Beteiligung Saudi-Arabiens am Krieg beschreibt ARD-Korrespondent Alexander Stenzel so: Saudi-Arabien befürchte im Falle weiterer Erfolge der Huthi-Rebellen, dass auch die Schiiten im Süden Saudi-Arabiens das Ziel verfolgen könnten, einen eigenen Staat zu gründen. Die südöstlichen Küstengebiete Saudi-Arabiens, deren Erdölvorkommen maßgeblich zum Wohlstand des Landes beitragen, haben eine mehrheitlich schiitische Bevölkerung, die sich von der sunnitischen Zentralregierung in Riad stark benachteiligt sieht.
Auch beim Krieg in Syrien hatten Saudi-Arabien und Iran sich eingemischt, als Unterstützer von (mal sunnitischen, mal schiitischen) militanten Islamisten. Der Islamexperte Wilfried Buchta erklärt: „Saudi-Arabien hat Dutzende von sunnitischen Gruppierungen salafistischer oder dschihadistischer Orientierung unter seinem Einfluss.“ Buchta sieht vor allem eine ideologische Nähe zum Islamischen Staat (IS): „Saudi-Arabiens Ideologie ist zu 98 Prozent identisch mit der Ideologie des IS. Was den IS von der saudischen wahhabitischen Ideologie unterscheidet, ist die Befürwortung der Monarchie. Die Wahhabiten in Saudi-Arabien halten an diesem alten Pakt zwischen wahhabitischem Staatsklerus auf der einen Seite und dem saudischen Königshaus fest und legitimieren die Monarchie in Saudi-Arabien. Und der IS hat sein eigenes ideologisches Konzept, nämlich das des Kalifats. Beide Konzepte sind unvereinbar, aber ansonsten ist die Ideologie, das heißt eine Ideologie, die auf Ausgrenzung nichtmuslimischer Minderheiten zielt und auf Abgrenzung gegenüber dem Westen, die gleiche.“ Sein Fazit: „Wir unterschätzen die Möglichkeiten, die Saudi-Arabien hat, durch den massiven Export ihrer wahhabistischen Spielart des Islam. Dieser Einfluss reicht bis nach Indonesien, bis auf die Bahamas, zu allen möglichen muslimischen Auslandsgemeinschaften überall in der Welt, in Europa, in Afrika, in Asien.“
V.I.R.U.S. ZUR WM 2034
WM-Vergabe spaltet die Fußballwelt
FIFA vergibt die WM 2034 an Saudi-Arabien
Sig Zelt von der Fangruppe Eiserner V.I.R.U.S. konnte kürzlich im Programmheft des 1. FC Union Berlin (Nr. 10/2014-25) den folgenden Text veröffentlichen:
Wie bekannt, hat die FIFA im Dezember die Vergabe ihrer Weltmeisterschaften 2030 und 2034 beschlossen. So sehr der Weltverband Einmütigkeit zelebriert, so gespalten ist in Wahrheit die Fußballwelt, vor allem hinsichtlich des Ausrichterlandes Saudi-Arabien. Gerade in Europa sehen es viele Menschen kritisch und natürlich werden Erinnerungen an Katar 2022 wach.
Dabei gibt es durchaus Argumente, die Entscheidung positiv zu sehen. Zwar steht der Staat Saudi-Arabien immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik, und zweifellos will die autoritäre Herrscherfamilie die weltweite Aufmerksamkeit für das Turnier neben dem wirtschaftlichen Effekt zur Imagepflege nutzen. Man nennt es auch Sportswashing. Doch wir erinnern uns, wie es in der DDR war. Auch da gab es ranghohe Sportereignisse und Gastspiele von Künstlern aus dem Westen, mit denen die politische Führung Weltoffenheit und internationale Anerkennung demonstrierte. Und doch hatten diese Events eine zweite Seite. Sie stärkten den Blick darauf, dass es noch mehr auf der Welt gab als die DDR und den Ostblock. Sie befeuerten den Wunsch dazugehören zu wollen, zur internationalen Gemeinschaft, und wahre Anerkennung zu erfahren. Letztendlich wirkten diese Ereignisse als eine Kraft, die die Menschen emotional mit anderen Ländern, mit anderen Völkern einte und zugleich die Unzulänglichkeiten im eigenen Lande vergegenwärtigte.
Der Sport kann eine völkerverbindende und den Frieden stärkende Rolle spielen. Gerade solche weithin beachteten Ereignisse wie eine Fußball-WM können einen aktivierenden Einfluss auf die Menschen in Ländern haben, wo die Realität weit von Demokratie und Freiheit entfernt ist. Das kann durchaus auch ganz konkrete Wirkungen haben, wie in Katar, wo es dank der WM gewisse Verbesserungen der Regularien für die Wanderarbeiter gab.
Immerhin hat der Fußball in Saudi-Arabien, Im Unterschied zu Katar, durchaus eine Tradition. Diese ist gewiss nicht so stark wie etwa in Ägypten oder im Iran, aber sie ist nicht zu leugnen.
Dem allem steht der zu erwartende Reputationsgewinn für das nach westlichem Maßstab fragwürdige politische Regime entgegen, vor allem aber auch, dass die Weltmeisterschaft, wie auch schon jene in Katar, kalkulierter Weise mit Menschenopfern verbunden sein wird – kalkulierter Weise deshalb, weil die durch den politischen Rahmen gesetzten Arbeitsbedingungen der Migranten, die mehrheitlich für den Bau und Betrieb der Sportstätten und Infrastruktur sorgen, derart mangelhaft sind, dass sie systematisch zu Todesfällen führen: extrem lange Arbeitszeiten in brütender Hitze, menschenunwürdige Unterkünfte und Entzug der Pässe, so dass eine Rückkehr in die Heimat ohne Einverständnis der Arbeitgeber unmöglich ist. Wissenschaftler wie Dr. Sebastian Soms aus Bonn halten es für eine naive Hoffnung, dass sich durch den Einfluss der FIFA an den Bedingungen für die Arbeiter und an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien etwas verbessern würde.
Ein Exklusivbericht der „Daily Mail“ vom 24. 10. 2024 enthüllte ein schockierendes Rechercheergebnis: 21.000 Tote in acht Jahren, im Zusammenhang mit dem Bau der Hightech-Stadt „The Line“, die bis 2030 in den Wüstensand gestellt wird, wo auch das größte WM-Stadion entstehen soll. Offizielle Todesursachen sind oft „Herzstillstand“ oder „Atemversagen“. Dabei muss man sehen, dass es sich fast ausschließlich um relativ junge Menschen handelt, die mit nachweislich gutem Gesundheitszustand ins Land kamen.
Viele Fußballfreunde können keine Freude daran empfinden, sich Spiele anzusehen, für die, für das Vergnügen der Zuschauer, Menschenopfer bewusst in Kauf genommen werden. So propagiert die deutsche Faninitiative „Fairness United“: „No to Saudi Arabia 2034“. Ein Offener Brief an DFB-Präsident Neuendorf (siehe: www.fairness-united.org), u.a. vom Eisernen VIRUS unterzeichnet, blieb freilich ohne adäquate Wirkung auf den Verband. Das führt zu einen weiteren großen Kritikpunkt an der Turniervergabe: das unwürdige Geschacher der FIFA.
Wollte die FIFA sich nicht einen neuen, seriösen und demokratischen Anstrich geben? Genau das Gegenteil ist der Fall; und es gibt sehr viel Unverständnis darüber, dass sich der DFB an diesem abgekarteten Spiel beteiligt. Alles an dem Vergabeprozess wurde so konstruiert, dass kein anderes Land die WM 2034 erhalten konnte.
Schon der Austragungsmodus der WM 2030 spielt dem in die Karten. Zweieinhalb Jahre nach der Bekanntgabe der Bewerbung Spaniens und Portugals wurde Marokko als drittes Gastgeberland präsentiert. Ein weiteres halbes Jahr später empfahl der FIFA-Rat, wegen des 100-jährigen Jubiläums die Gastgeberschaft auf Uruguay, Argentinien und Paraguay auszudehnen, wo jeweils ein einziges Spiel stattfinden soll. Durch dieses unorthodoxe, aber einem klar erkennbaren Plan folgende Vorgehen schieden nach den FIFA-Regeln alle Kontinente bis auf Asien/Australien/Ozeanien für die Gastgeberschaft 2034 aus. Nachdem im Herbst 2023 der einzige Mitkonkurrent Australien aufgab, blieb Saudi-Arabien einziger Bewerber. Als ob das noch nicht reichte, verkürzte die FIFA später die Einreichungsfrist für die Bewerbungsunterlagen so, dass nur wenige Tage verblieben.
Den traurigen Abschluss bildete der FIFA-Entscheid am 11. Dezember 2024, der in einer Videokonferenz getroffen wurde. Es gab keine Abstimmung, schon gar keine geheime, sondern der Beschluss wurde „per Akklamation“ gefasst, und es war zudem ein Doppelbeschluss: Ein Widerspruch gegen Saudi-Arabien wäre zugleich eine Stimme gegen Spanien und Portugal gewesen. Dazu hatte die FIFA kurz zuvor eigens ihre Statuten, die nach dem FIFA-Skandal 2015 derartige Doppelvergaben verboten hatten, wieder geändert. Nur der norwegische Verband protestierte gegen das Verfahren, während der DFB sich im willfährigen Gefolge von FIFA-Boss Gianni Infantino wohlfühlt, dem sämtliche Standards von Ethik und Correctness egal zu sein scheinen, einzig, um dem Ruf des Geldes zu folgen.
Sig Zelt, Eiserner V.I.R.U.S.